„Wochenende in Stille?“

Wie ich selbst erkennen durfte, wird der Heilung der Vergangenheit zu wenig Beachtung geschenkt, herrscht doch der Glaubenssatz, Vergangenes ruhen zu lassen, zumindest das, was uns negativ empfinden ließ und seine Prägungen hinterlassen hat. Also schieben wir gern beiseite, gehen weiter, verlieren uns in Vermeidungsstrategien, entwickeln Ängste, bauen Herzmauern und lenken uns ab. Oft führt das in immerwährende Wiederholungen, durch unsere immer gleichen Handlungen, in sich ähnelnden Situationen, mit sich charakterlich gleichenden Personen. Alles in uns schreit nach Entflechtung, aus einer Verstrickung von Glaubenssätzen, Handlungsweisen und Mustern, die wir mal so eben übernommen haben. Von klein auf. Den Schrei nach Ruhe in uns, um zu hinterfragen und damit beginnen zu können zu entwirren, ignorieren wir gern. Bis wir aus verschiedenen Gründen in die „Zwangspause“ gehen (müssen), weil die „Fremdprogrammierungen nicht unserem eigenen Betriebssystem“ entsprechen und wir auf die ein oder andere Weise „abstürzen“. Finde ich ganz passend zu unserer jetzigen Zeit. Oft fühlt es sich erst einmal einsam an, traurig, jedoch die Unbeweglichkeit, welcher nun unser erschöpfter Geist und Körper nach einer langen Reise von fremdbestimmenden Auferlegungen ausgesetzt ist und nun auf Entzug „programmiert“ wird, verhilft uns nach und nach zu einer neuen Sicht der Dinge. Ich selbst war so erschöpft meiner eigenen langen Reise von Wiederholungen, dass mir jede neue Aktivität, jeder neue Impuls, mein Herzensprojekt und neue Menschen zwar Lebensenergien schenkten, ich jedoch mindestens ebenso lange wieder benötigte, mich von der Energielosigkeit, durch mein eigenes Geben, aufzuladen. Somit wurden Rückzüge essenziell und lange Erholungsphasen folgten. Das machte es für mich auch nicht leicht, neue Freundschaften oder Beziehungen einzugehen, mich auf Menschen einzulassen, da jeder Kontakt Verpflichtung bedeutete, welche ich noch nicht bereit oder fähig war, einzugehen. Und darum geht es in der Stille, sich im eigenen Sein zu spüren, welche die Lösung von alten Strukturen als Konsequenz nach sich zieht, um Platz für Neues zu schaffen. Die Beziehung zu uns selbst grundlegend zu erneuern, als einzige und fundamentale Basis für alle nachfolgenden Beziehungen. Sind wir dazu fähig, schaffen wir es nach und nach, aus unserer Vergangenheit die Impulse ins Hier und Jetzt zu integrieren, welche uns als Wegweiser zu einer leuchtenden Zukunft verhelfen, uns überhaupt auf gesunde Weise miteinander verbinden zu können und Neues entstehen zu lassen. Aus der Stille heraus, die es möglich macht.

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